Doch wie funktionieren die Windräder in der kalten Jahreszeit? Gibt es technische Herausforderungen bei niedrigen Temperaturen?
Tatsächlich erzeugen Windenergieanlagen im Winterhalbjahr von Oktober bis Ende März etwa zwei Drittel ihres jährlichen Stromertrags. Die Anlagen beginnen bereits bei Windgeschwindigkeiten von rund 11 km/h zu arbeiten und sind je nach Typ für Betriebsgeschwindigkeiten bis über 110 km/h ausgelegt. Bei zu starkem Wind schalten sie automatisch in eine Sicherheits-ʺPauseʺ.
„Selbst im Winter arbeiten die Anlagen somit zuverlässig, effizient und sicher“, klärt Nachhaltigkeitskoordinatorin Melissa Karthe auf. Die Windenergie sei ein zentraler Baustein für die Energiezukunft der Verbandsgemeinde, gerade auch mit Blick auf die bevorstehende Gründung einer kommunalen Energiegesellschaft in Kooperation mit den Ortsgemeinden.
Auch längere Stillstände stellen kein Problem dar: Ob Wartungsarbeiten, Eisbildung am Rotorblatt oder begrenzte Netzkapazität – die Anlagen sind für frostige Bedingungen vorbereitet. Das Getriebeöl wird temperiert, Heizelemente sind standardmäßig installiert, und selbst im sogenannten Trudelbetrieb drehen sich die Rotoren noch mit etwa zwei Umdrehungen pro Minute. So werden Standschäden selbst bei längeren Pausen und niedrigen Temperaturen vermieden.
Sollte dennoch Eis an den Rotoren entstehen, greifen moderne Sicherheitsmechanismen: Sensoren erkennen Unwuchten, etwa durch Eisansatz, und schalten die Anlagen automatisch ab, um Eiswurf zu verhindern. An besonders sensiblen Standorten, zum Beispiel entlang von Bundesstraßen, können die Rotoren zusätzlich so ausgerichtet werden, dass sie parallel zur Straße stehen und keine Gefahr darstellen.