Mit Wärmebildkamera auf Entdeckungstour | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Forschertag an der Sonnenbergschule Müschenbach

Mit Wärmebildkamera auf Entdeckungstour

Warum ist es unter Bäumen kühler als auf Asphalt? Weshalb heizen sich dunkle Oberflächen stärker auf als helle? Und wie kann ein Schulhof gestaltet werden, damit er auch an heißen Sommertagen angenehme Aufenthaltsorte bietet? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der Sonnenbergschule Müschenbach beim jüngsten Forschertag nach.

Die Grundschule – unter Leitung von Nicole Bauer – führt regelmäßig Forschertage durch, bei denen die Kinder naturwissenschaftliche Phänomene praxisnah erkunden. Diesmal beteiligte sich auch die Verbandsgemeinde Hachenburg mit einem eigenen Projektangebot. Nachhaltigkeitskoordinatorin Melissa Karthe untersuchte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern den Schulhof mithilfe einer Wärmebildkamera. Auch Marco Dörner, Erster Beigeordneter, ließ es sich nicht nehmen, den Forschertag persönlich zu begleiten.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie unsere Umgebung Temperaturen beeinflusst und welche Rolle dabei unterschiedliche Materialien, Pflanzen und Schattenflächen spielen.

Bereits zu Beginn beeindruckten die Schülerinnen und Schüler mit ihrem (Vor-)Wissen und stellten dabei eindrucksvoll unter Beweis, wie aufmerksam sie ihre Umwelt wahrnehmen und naturwissenschaftliche Zusammenhänge verstehen. Die Kinder erklärten beispielsweise, dass der Sonnenstand Einfluss auf die Temperatur hat und dass dunkle Oberflächen sich stärker erwärmen als helle. Auch Zusammenhänge zwischen Pflanzen, Schatten und einem angenehmen Mikroklima waren vielen bereits bekannt.

Mit der Wärmebildkamera machten sich die jungen Forscherinnen und Forscher anschließend auf den Weg über das Schulgelände. Verglichen wurden verschiedene Oberflächen und Aufenthaltsorte.

Die Ergebnisse bestätigten viele der zuvor aufgestellten Vermutungen. So zeigte sich deutlich, dass schattige Bereiche niedrigere Temperaturen aufweisen als Flächen in direkter Sonneneinstrahlung. Grasflächen, Erde und Bereiche mit Hackschnitzeln erwiesen sich als deutlich kühler als versiegelte Asphaltflächen. Gleichzeitig konnten die Kinder beobachten, dass Pflanzen ihre Umgebung positiv beeinflussen und zur Abkühlung beitragen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass selbst scheinbar gleiche Materialien unterschiedliche Temperaturen aufweisen können – etwa wenn feuchtere Bereiche unter der Oberfläche verborgen liegen.

„Mich hat besonders beeindruckt, mit welcher Neugier, welchem Vorwissen und welchen eigenen Ideen die Kinder an die Fragestellungen herangegangen sind. Klimaanpassung wird oft als abstraktes Zukunftsthema wahrgenommen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler selbst messen, beobachten und nachvollziehen, wie Bäume, Grünflächen und natürliche Materialien unser Umfeld angenehmer machen. Genau solche Erfahrungen helfen dabei, Umwelt- und Klimathemen greifbar und verständlich zu vermitteln“, fasste Nachhaltigkeitskoordinatorin Melissa Karthe ihre Eindrücke zusammen.

Am Ende waren sich die Kinder einig: Für einen möglichst kühlen Schulhof braucht es vor allem Bäume, Grünflächen und natürliche Materialien. Gleichzeitig wurde in den Gesprächen deutlich, dass befestigte Flächen im Alltag natürlich weiterhin notwendig sind – etwa für Wege, Schulhöfe oder die Barrierefreiheit. Umso wichtiger sei es, bewusst zu überlegen, wie viel Versiegelung tatsächlich erforderlich ist und welche Alternativen infrage kommen. Helle Beläge oder andere klimaangepasste Materialien können dabei helfen, die Aufheizung von Flächen zu reduzieren. Asphalt und großflächig versiegelte Bereiche sollten hingegen dort vermieden werden, wo es sinnvolle Alternativen gibt.

Der Forschertag zeigte somit anschaulich, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Alltag verbinden lassen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die jüngste Generation bereits heute ein ausgeprägtes Bewusstsein für Umwelt- und Klimathemen mitbringt und mit großer Begeisterung nach Antworten auf die Fragen von morgen sucht.