Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus der Verbandsgemeinde Hachenburg zog Vorsitzender Manfred Fetthauer gemeinsam mit dem BUND Rheinland-Pfalz Bilanz und machte deutlich, dass trotz vieler Erfolge noch einiges zu tun bleibt.
Nach einer Einführung von Sonja Gärtner, Fachreferentin der BUND-Landesgeschäftsstelle Rheinland-Pfalz, folgte der Blick auf das beeindruckende Engagement der Arge seit den 90er Jahren. Mit zahlreichen Bildern und Beispielen wurde deutlich, wie Fischtreppen, Umgehungsabschläge und der Rückbau alter Wehranlagen bereits zahlreiche Barrieren beseitigt und somit wertvolle Lebensräume für wandernde Fischarten wiedergewonnen werden konnten. Eine Entwicklung, die nachvollziehbar zeigt: Ein Fluss sollte vor allem eines können – frei fließen.
Ebenso beeindruckend ist ein gemeinsames Projekt des Vereins rund um Manfred Fetthauer mit den Universitäten Koblenz und Kassel: Mit einer Zuchtstation in Stein-Wingert leisten die Beteiligten unter wissenschaftlicher Begleitung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Süßwassermuschelarten in der Nister.
Die Bilanz fällt bislang durchweg positiv aus, doch abgeschlossen ist die Renaturierung deshalb noch nicht. Es gibt weiterhin Hindernisse – im wahrsten Sinne des Wortes. Noch immer erschweren Wehranlagen die ökologische Durchgängigkeit der Nister. Hinzu kommen langwierige rechtliche Verfahren, finanzielle Herausforderungen sowie sinkende Wasserstände infolge trockener Sommer. Der BUND Rheinland-Pfalz setzt sich deshalb dafür ein, die Nister in den bundesweiten Wiederherstellungsplan aufzunehmen. Dieser verfolgt das Ziel, überholte Hindernisse in Fließgewässern zu beseitigen – genau das, wofür sich die Arge Nister Obere Wied e. V. seit Jahrzehnten mit Beharrlichkeit einsetzt.
Auch Marco Dörner, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hachenburg und gebürtiger Asterter ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung zu begleiten.
„Ich bin an der Nister groß geworden, habe dort viele Stunden beim Schwimmen und Angeln verbracht und bin auch heute noch gerne an diesem besonderen Fluss unterwegs. Umso mehr schätze ich das langjährige Engagement der Arge Nister. Wasser spielt auch in meinem beruflichen Alltag eine wichtige Rolle. Mit den Verbandsgemeindewerken tragen wir Verantwortung für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung. Der Schutz unserer Gewässer ist daher weit mehr als Naturschutz – er ist ein wichtiger Baustein einer verlässlichen Daseinsfürsorge und für die Menschen in unserer Verbandsgemeinde.“
Die anschließende Diskussion zeigte, wie sehr die Entwicklung der Nister die Menschen in der Region bewegt. Einig waren sich die Teilnehmenden vor allem in einem Punkt: Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, was engagierter Einsatz bewirken kann. Jetzt gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen – für eine artenreiche Nister und einen Fluss, der seine ökologischen Funktionen wieder bestmöglich erfüllen kann.